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Der Bär, der Teddy heißt - Die Firma Steiff macht Generationen von Kindern glücklich

Was hat der berühmte amerikanische Präsident Theodor Roosevelt mit dem Teddybär zu tun? Ganz einfach: er ist der Namensgeber. Erfunden wurde der Teddybär von der Firma Steiff in Giengen an der Brenz zwischen Ulm und Heidenheim. Das Unternehmen machte ihn weltberühmt und Millionen von Kindern in allen Erdteilen glücklich. Das Qualitätszeichen ist der Knopf im Ohr, auf dem ein Elefant abgebildet ist. Das war das allererste Tier, das die charismatische Firmengründerin Margarete Steiff erfand. Ein Museum in Giengen erinnert daran. Zur Fußball-WM gibt es selbstverständlich einen Fußball-Teddybär im Sportdress.

213.720 Euro – das ist die bislang höchste Summe, die bei einer Versteigerung in Monaco vor sechs Jahren für den Teddybär „Louis Vitton“ mit einer Größe von 45 Zentimetern bezahlt wurde. Die Faszination Teddybär ist ungebrochen. Dabei sah es am Anfang gar nicht danach aus. Die Firma Steiff begab sich mit der Erfindung des aufwendig produzierten Bärs im Jahre 1902 auf wirtschaftliches Glatteis. So etwas hatte es noch nicht gegeben: ein Stofftier aus Plüsch, das Arme und Beine bewegen kann.

Und so kam es wie es kommen musste – fast. Auf der Leipziger Spielwarenmesse wollten Margarete Steiff und ihr Neffe Richard 1902 ihren „neumodischen“ Bären schon wieder einpacken, als ein Amerikaner alle 3.000 produzierten Tiere aufkaufte – damals noch unter dem Namen „55PB“, also 55 Zentimeter groß, P für Plüsch und B für beweglich. Im Jahr 1906 wurden fast eine Million Teddys produziert – für die damalige Zeit eine spektakuläre Zahl. Der Name „Teddybär“ ist keinem Geringeren nachempfunden als dem früheren Präsidenten Theodor Roosevelt, von allen „Teddy“ genannt. Der war nämlich begeisterter Bärenjäger. Außerdem schmückt Berryman, ein wichtiger amerikanischer Karikaturist, seine Roosevelt-Zeichnungen deswegen mit einem kleinen Bären.

Den Herstellungsprozess eines klassischen Teddys und aller anderen Tiere könnte man sich aufwendiger nicht vorstellen. Der Designer – sie heißen bei Steiff „Spielwarenentwerfer“ - studiert zunächst die Bewegungen des Tieres im Zoo. Dann werden Siebdruck-Schablonen hergestellt, das Material entsprechend gefärbt und zusammengenäht. Gefüllt wird das Tier mit synthetischen Stoffen oder Schaumstoff. Dann beginnt die Detailarbeit: Augen, Nasen, Krallen und Schnauzer werden bei einem Großteil der klassischen Tiere von Hand gestickt. Alles zusammen genommen aber macht genau das die Qualität des Produkts aus. Von der Entwicklung bis zur Serienreife dauert es in der Regel ein Jahr.

Früh schon kamen die Steiffs auf die Idee, sich vor Plagiaten zu schützen, die alsbald auf den Markt geworfen wurden. Sie platzierten einen Knopf im Ohr, auf dem ein Elefant zu sehen ist – der auch heute noch nachweist: es ist ein echter Steiff. Der Elefant war das erste Tier im Jahr 1880, das Firmengründerin Margarete Steiff produzieren ließ. Heute werden rund 1,5 Millionen Tiere pro Jahr verkauft, das Sortiment umfasst etwa 800 Artikel.

Die faszinierende Firmengründerin Margarete Steiff (1847-1909) musste sich gegen viele Widerstände durchsetzen. Als Firmengründerin und Frau sorgte sie in der unternehmerischen Männerwelt Ende des 19. Jahrhunderts für Aufsehen. Noch viel schwerer wiegt aber, dass sie sich trotz einer unheilbaren Krankheit immer durchsetzen konnte. Mit anderthalb Jahren an Kinderlähmung erkrankt, sollte sie nie laufen können. Das machte sie willensstark. Gegenüber den Mitarbeitern ihrer Firma blieb sie eine zutiefst soziale Unternehmerin-Figur. Mittlerweile wurde ihre Lebensgeschichte sogar verfilmt.

 
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