Sanft geschwungene Kurven aus Metall, auf Hochglanz polierte Metallic-Lacke und in Handarbeit zusammengenähte Sport-Ledersitze lassen seit einem halben Jahrhundert Automobil-Träumereien zur greifbaren Wirklichkeit werden.
Zugegebenermaßen eine sehr exklusive Wirklichkeit, die ihren Preis hat. Selbst für den „günstigsten“ Porsche 911 Turbo muss ein Kunde heute mindestens 133.000,- Euro bezahlen – für ein gehobenes Modell mit entsprechender Sonderausstattung können es auch 200.000,- Euro und mehr werden. Für die meisten Menschen wird ein Porsche eher ein Traum bleiben, aber gerade diese Unerreichbarkeit macht Legenden aus.
Blickt man auf die Anfänge zurück, so war eines der erfolgreichsten Modelle, das mit dem Namen Porsche in Zusammenhang steht, gerade kein exklusiver Sportwagen. Ferdinand Porsche, der 1931 mit der Gründung des Konstruktionsbüros Porsche in Stuttgart den Grundstein für das heutige Unternehmen legte, wurde 1938 mit dem Bau von Fertigungshallen in Wolfsburg beauftragt, in denen der Porsche „Typ 60“ gebaut werden sollte; ein Modell, das auch die Bezeichnung VW 38 trug und das zu einem der populärsten Fahrzeuge der Welt werden sollte. Berühmt wurde der von Porsche entwickelte Volkswagen allerdings unter dem Namen „VW-Käfer“.
Kriegsbedingt wurde 1944 Porsches Konstruktionsbüro von Stuttgart nach Gmünd in Österreich ausgelagert. Dort wurde schließlich 1948, in einer Holzbaracke, der erste Porsche Sportwagen entwickelt (Porsche 356 Roadster). 1950 kehrt Porsche nach Stuttgart zurück.
Die folgenden Jahrzehnte werden zu einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Schnell erwerben sich die Sportwagen von Porsche weltweit einen exzellenten Ruf, der in erster Linie auf den sehr hohen Qualitätsstandards und dem klaren, schnörkellosen Porsche-Design gründet.
Auch im Rennsport verdient sich das Unternehmen die ersten Lorbeeren. Bereits 1951 gewinnt ein Porsche 356 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, 14 weitere Siege auf der legendären Rennstrecke folgen. 1970 gewinnt Porsche mit dem 917er weltweit alles, was es in dieser Rennsportklasse zu gewinnen gibt. Porsche wird zu einer der erfolgreichsten Marken im Motorsport. Viele der Siegerautos basieren auf dem Porsche 911. Inzwischen ist der 911er der am längsten produzierte Sportwagen der Welt, er wird nun seit über 40 Jahren gebaut.
Neben der Sportwagen-Produktion trägt das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Porsche erheblich zum Unternehmenserfolg bei. In der Öffentlichkeit ist die enorm große Bedeutung dieser Ideenschmiede allerdings weit weniger bekannt. Vor den Toren Stuttgarts, in Weissach, werden von mehr als 1800 Fachingenieuren und Technikern neben der eigenen Sportwagenkonstruktion Detaillösungen, komplette Entwicklungsprojekte und Innovationsideen realisiert - u. a. für Firmen wie Airbus. Zu den Kunden des Entwicklungszentrums gehört aber in erster Linie die internationale Fahrzeugindustrie, weshalb Insider sagen: „In jedem Auto steckt irgendwo ein Stück Porsche“.
Schön zu hören, denn somit wird der Traum, der mit dem Namen Porsche verbunden ist, doch realisierbarer als zunächst angenommen – zumindest in Teilen oder, besser gesagt, Baukomponenten. Aber wer weiß, vielleicht heißt es ja doch eines Tages: „Willkommen im Club“. Gute Gesellschaft wäre in jedem Fall garantiert, denn u. a. Prinz Albert von Monaco, König Juan Carlos von Spanien, Brigitte Bardot, Eros Ramazotti, Ralf Schumacher, Mikka Häkkinen und einer der derzeit wichtigsten Männer Deutschlands – Jürgen Klinsmann – sind bereits Mitglieder im „Porsche-Club“.