Holz ist ein wundervoller Naturstoff, der sich in jeder Wohnung findet. Doch bevor das Holz in die Wohnung hinein kommt, muss es zunächst aus dem Wald heraus. Undenkbar, dass daran nicht die Firma Stihl beteiligt wäre.
Da musst du einfach durch. Manchmal kommt es eben nicht auf großes Wissen an, sondern auf große Kraft. Vielleicht dann, wenn es heißt, dicke Bretter zu sägen. Dachte sich die Motorsäge, und mit brüllendem Lärm biss sie sich fest und arbeitete sich in das Holz hinein. Beim Kräftemessen im Wald ist die Säge eben die stärkere.
Waldarbeit ohne Motorsägen wäre ein mühsames Geschäft. So mühsam, dass die Holzarbeiter vor hundert Jahren noch als einfache Arbeiter galten, die vor allem Ausdauer mitbringen mussten und körperliche Kraft. Ein junger Ingenieur und begabter Unternehmer, gerade mal dreißig Jahre alt, arbeitete in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in seiner Werkstatt im heutigen Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt an einem anderen Ansatz.
Nur ein kleines Stück entfernt von der Werkstatt, in der Gottlieb Daimler einige Jahre vorher das Automobil erfunden hatte, überlegte sich der junge Mann namens Andreas Stihl, wie man dem Waldarbeiter die mühselige Arbeit erleichtern könnte – und damit zugleich auch die Produktivität enorm steigern.
Stihls erstes Produkt war eine Abläng-Kettensäge, die von einem Elektromotor betrieben wurde. Von den heutigen Kettensägen war das Gerät freilich noch Jahrzehnte entfernt. Immerhin 46 Kilogramm wog das unhandliche Gerät und bedient werden musste es von zwei Leuten. Doch das Produkt zeigte in die richtige Richtung, sagte der Markt.
Viele Jahrzehnte und einige Familiengenerationen später ist Stihl heute der größte Produzent von Motorsägen weltweit. Das Stammhaus wurde während des Krieges aus Cannstatt ins benachbarte Remstal verlegt, wo im neu gebauten Entwicklungszentrum in Waiblingen-Neustadt seit kurzem weiter geforscht wird an Geräten, die sich durch alles fressen. Denn da müssen die Geräte einfach durch: Motorsensen, Kettensägen, Trennschleifer und Bohrgeräte von Stihl werden weltweit eingesetzt; im Schwarzwald ebenso wie in den kanadischen Wäldern.
Und die Holzarbeiter, die vor hundert Jahren noch mühsam Baum für Baum fällen mussten, und das für einen Hungerlohn? Heute sind sie anerkannte Facharbeiter, die nicht mehr nur große Kraft mitbringen müssen, sondern endlich auch großes Wissen. Beim direkten Kräftemessen zwischen Mensch und Säge ist die Säge ohnehin die stärkere.