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Geburtshelfer jeder neuen Journalistengeneration - Firma Heidelberger Druckmaschinen AG, Heidelberg

Keine Zeitung ohne Druckmaschine. Johannes Gutenbergs Erfindung hat die Welt verändert. Aber die Druckbranche macht durch die Krise des Journalismus schwierige Zeiten durch, in denen sich die Heidelberger Druckmaschinen AG aber ganz passabel behauptet.

Die Luft riecht nach Öl und Druckerfarbe und nach feuchtem Papier. Und es ist laut, unaushaltbar laut. Es bebt und knackt und klackt. Aber der junge Nachwuchsjournalist steht dennoch staunend neben dem Maschinen-Monstrum, das gerade seinen allerersten Text in einer Tageszeitung abdruckt, tausend, ja hunderttausendfach.

Fast alle Journalisten, die im Printjournalismus begonnen haben, können so eine Geschichte erzählen. Der erste Text, meist kräftig redigiert durch die erfahreneren Redakteure, der lässt einen nicht mehr los; und manch einer hebt den allerersten Ausschnitt aus der Tageszeitung von damals noch viele Jahre auf, wenn er schon längst als Journalist reüssiert hat und das gar nicht mehr nötig hätte. Bei der Geburt einer neuen Generation Journalisten leisten Druckmaschinen kräftig Unterstützung.

Die Chancen stehen gut, dass der erste Text auf einer „Heidelberg“ gedruckt wurde. Dass der Druckmaschinenhersteller, der fast unter dem gleichen Namen wie der Standort firmiert, zu den führenden Herstellern von Druckmaschinen gehört, weiß fast jeder in der Branche; und wer’s noch nicht weiß, sollte besser vorgeben, es gewusst zu haben, denn die Heidelberger Druckmaschinen AG als Medienschaffender nicht zu kennen, ist Sünde.

Runde 3,4 Milliarden Euro setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr mit dem Verkauf von Bogenoffsetdruckmaschinen um. Damit zählt die Heidelberg Druckmaschinen AG zu den größten Herstellern von Druckmaschinen überhaupt. Von Gutenbergs beweglichen Lettern zu den heutigen Hightech-Offset-Druckverfahren war es dabei ein weiter Weg. Am Anfang des Unternehmens stand der Sohn eines Müllers, der sich in der Mühle des Vaters schon intensiv damit auseinandergesetzt hatte, wie große Kraft mithilfe von Maschinen übertragen werden konnte. Andreas Hamm, ein 26 Jahre junger Entrepreneur mit großen Ambitionen, baute eine Glockengießerfabrik um und produzierte – zunächst zusätzlich – auch Buchdruckpressen.

Dass er die Fabrik nicht lange danach wieder verkaufte, tat dem Erfolg keinen Abbruch. Kurz nach dem ersten Weltkrieg ging die erste Schnelldruckmaschine in Produktion, die immerhin schon 1000 Bögen Papier pro Stunde bedrucken konnte. In den folgenden Jahren wuchs das Unternehmen fortwährend, rettete sich über den Zweiten Weltkrieg mit der Produktion von kriegswichtigen Hydraulikgeräten und wurde zunehmend zu einem Komplettdienstleister für die gesamte Druckvorstufe ausgebaut.

Heute zählt die Heidelberger Druckmaschinen AG zu den größten Maschinenherstellern der Welt und in den meisten Verlagen findet sich eine „Heidelberg“. Und damit werden die Produkte aus Heidelberg quasi immer wieder von neuem zu Geburtshelfern einer neuen Generation von Journalisten, die staunend in der Druckerei stehen und zusehen, wie ihr erster selbst verfasster Text hunderttausendfach gedruckt wird.

 
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