Bonn - Drei Wissenschaftler aus dem Südwesten sind von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preisen 2008 ausgezeichnet worden. Wie die DFG am Donnerstag in Bonn mitteilte, erhalten bundesweit elf Forscher den höchstdotierten deutschen Förderpreis. Neun Preisträger bekommen je 2,5 Millionen Euro Fördergeld, darunter die Freiburger Professorin für Theoretische Informatik Susanne Albers und Professor Klaus Kern vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart. Die Tübinger Zellbiologin Elisa Izaurralde vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie teilt sich ihren Preis mit einer Biologin aus Bayern.
Die prämierten Wissenschaftler können das Geld in den nächsten sieben Jahren für Forschungsprojekte verwenden. Die Leibniz-Preise werden jährlich verliehen. Seit 1985 wurden insgesamt 282 Forscher ausgezeichnet. Überreicht wird die Auszeichnung am 11. Februar 2008 in Berlin. DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner verwies darauf, dass sechs frühere Leibniz-Preisträger später den Nobelpreis erhalten hätten, darunter die Tübinger Entwicklungsbiologin Christiane Nüsslein-Volhard und der in Stuttgart geborene diesjährige Chemie- Nobelpreisträger Gerhard Ertl. Der Leibniz-Preis sei damit weltweit ein Gradmesser für allerhöchste wissenschaftliche Qualität.
Preisträgerin Albers (42) vom Institut für Informatik der Universität Freiburg hat den Angaben zufolge in der Informatik die Forschung zu effizienten Algorithmen über die letzten 15 Jahre maßgeblich mitgeprägt. «In Deutschland gilt sie als die Expertin, weltweit als eine der führenden Wissenschaftlerinnen auf diesem Feld», teilte die DFG mit. Aktuell arbeite sie an energieeffizienten Algorithmen, die auch in Laptops und Mobiltelefonen von großer Bedeutung seien.
Kern (47) sei ein weltweit anerkannter Pionier der Nanowissenschaften. Er habe vor allem durch die Anwendung der Rastertunnelmikroskopie zahlreiche bahnbrechende Arbeiten geliefert. Mit einer Kette von rund 80 Kobalt-Atomen konnte Kern 2002 den bis dahin kleinsten Festkörper-Magneten realisieren, wie die DFG mitteilte. Die dabei erzielten Erkenntnisse hätten die Entwicklung und den Einsatz nanoskopischer Materialien entscheidend vorangetrieben, die etwa für die Datenspeicherung eingesetzt werden könnten.
Zellbiologin Izaurralde (48) teilt sich ihren Preis mit Elena Conti (40) vom Max-Planck-Institut für Biochemie im bayerischen Martinsried. Die Biologinnen hätten gemeinsam grundlegende neue Erkenntnisse zu Vorgängen innerhalb von Zellen erzielt, teilte die DFG mit. Gemeinsam hätten sie am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg gearbeitet. Dort seien die Grundlagen für gemeinsame Forschungen gelegt worden.
Quelle: dpa/lsw