Der baden-württembergische Europaminister Willi Stächele hat die in der Nacht zum Freitag in Brüssel erfolgte Einigung über die Vergaberichtlinien zum europäischen Satellitensystem Galileo als Erfolg für das Land und als großen Schub für High-Tech-Unternehmen in Baden-Württemberg bezeichnet. In Baden-Württemberg werde in diesen Tagen ein „Runder Tisch Galileo Baden-Württemberg" geschaffen, an dem sich regelmäßig Wirtschaftsunternehmen, Forschungsinstitute und Landesministerien versammeln, um gemeinsame Interessen zu definieren und rechtzeitig an den richtigen Stellen initiativ werden zu können. Noch im Dezember werde im Landeskabinett ein erster Bericht vom Runden Tisch Galileo beraten.
Leider, so Stächele weiter, habe es Brüssel versäumt, die technologische und wirtschaftliche Dimension des Großprojektes Galileo in der Öffentlichkeit bewusst zu machen. Es gehe um von der Europäischen Union bereitgestellte Investitionsmittel von nicht weniger als 3,4 Mrd. Euro. Nach fachlichen Schätzungen entsteht daraus ein Auftragsvolumen für Produkte und Dienstleistungen in der Größenordnung von rund 400 Mrd. Euro, was allein in Europa rund 150.000 Arbeitsplätze bedeute.
Baden-Württemberg habe mit seiner hohen Dichte an Unternehmen der Hochtechnologie und seinen hervorragenden Forschungsinstituten nunmehr eine große Chance, bei der Vergabe der Galileo-Aufträge eine entscheidende Rolle zu spielen.
Es komme jetzt darauf an, die Kräfte zu bündeln und das Ganze koordiniert voranzutreiben. Wichtig sei, dass die späteren Gewinner der Ausschreibung verpflichtet sind, mindestens 40 Prozent des Auftragsvolumens in ihrem Segment an Subunternehmen weiterzugeben. Das bedeute eine große Chance, gerade für die kleinen und mittleren Unternehmen der Hochtechnologie in Baden-Württemberg.
Das jahrelange Tauziehen um die Finanzierung des europäischen Satelliten-Navigationssystems sowie die nunmehr beendeten Streitigkeiten über die Vergabe müssen, so Stächele, jetzt zu einem entscheidenden Schub in der Umsetzung des Projektes führen.
Quelle: Staatsministerium