Stuttgart/Frankfurt am Main - „Die mittelständisch geprägte Zulieferindustrie ist ein Grundpfeiler des Erfolgs der Automobilindustrie am Standort Deutschland. Wir wollen alles tun, diese Stärken zu erhalten und auszubauen". Das erklärte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), in seiner Rede beim 9. Zulieferertag Automobil Baden-Württemberg in Stuttgart. Zuversicht zeichnete Wissmanns Rede hinsichtlich der Lage gerade der mittelständischen Zulieferindustrie aus. „Die Um¬satzexpansion hält auch in diesem Jahr an. Bis einschließlich August konnte das Ge¬schäft im Inland um mehr als 7 Prozent, das mit ausländischen Kunden um über 5 Prozent erweitert wer¬den", erläuterte Wissmann. Dies könne zur Stabilisierung der Beschäftigung beitragen, solange der Reformwille der Bundesregierung nicht schwinde.
Sicherheit und Berechenbarkeit der Politik seien die Grundlage für langfristige Innovationen am Standort Deutschland, so Wissmann. Der Standort profitiere heute von den Reformen der letzten Jahre. Dies spiegele sich auch in einigen wich¬tigen Investitionsentscheidungen der Zulieferindustrie am Standort Deutschland wider. „Aber die bisherigen Reformen können nur ein Anfang sein. Gerade bei der Reform der Arbeitsmarktstrukturen belegen wir in allen internationalen Rankings noch hintere Plätze", sagte Wissmann. „Hier hat die große Koalition noch einiges an Arbeit vor sich." Gerade der Mittelstand könne aber von einem Abbau der Bürokratie am Arbeitsmarkt überdurchschnittlich profitieren.
Wissman betonte darüber hinaus das Engagement des Mittelstandes für die automobile Forschung und Entwicklung. Die deutsche Automobilindustrie investiere darin jedes Jahr 16 Mrd. Euro. „Über 3.500 europäische und über 5.000 deutsche Patente meldet unsere Industrie jedes Jahr an", sagte Wissmann. Technologischer Treiber sei dabei stets das Premium-Segment. „Wer pauschal ‚die großen Autos’ kritisiert, rüttelt am Grundpfeiler deutscher Technologieführerschaft im Automobil¬bereich", warnte Wissmann.
Quelle: vda